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Ein Ziel von Debian ist einen gleichbleibenden Upgrade-Pfad und ein sicheres Upgrade-Verfahren anzubieten. Wir geben immer unser Bestes, damit das Aufrüsten so leicht wie möglich abläuft. Falls noch weitere wichtige Informationen für das Upgrade-Verfahren notwendig sind, erhält der Benutzer Warnhinweise. Oft werden ihm gleichzeitig Lösungen für eventuell auftretende Probleme angeboten.
Es ist ratsam sich die Release-Informationen durchzulesen, welche die
Einzelheiten von bestimmten Upgrades enthalten. Diese sind auf allen
Debian-CDs zu finden und auch im WWW auf http://www.debian.org/releases/stable/releasenotes
verfügbar.
Es gibt verschiedene Wege ein Upgrade durchzuführen:
Mittels eines Shellskripts, welches autoup.sh genannt wird.
Dieses führt ein Upgrade auf die wichtigsten Pakete aus. Nachdem
autoup.sh seine Arbeit getan hat, kann dselect
benutzt werden um die übrigen Pakete en masse zu installieren. Dieses
Verfahren wird vermutlich meistens empfohlen, aber es ist nicht das einzige.
Zurzeit kann das aktuellste Release von autoup.sh unter folgenden Links gefunden werden:
Die wichtigsten Pakete können manuell aufgerüstet werden. Als Anleitung
hierfür dient das Debian
libc5 to libc6 Mini-HOWTO. autoup.sh basiert auf
diesem Mini-Howto. Deshalb sollte dieses Verfahren mehr oder weniger so
funktionieren, als ob Sie autoup.sh benutzen.
Mittels einem libc5-basierenden APT. APT steht für Advanced
Package Tool (deutsch: fortgeschrittenes Paketverwaltungssystem) und es könnte
eines Tages dselect ersetzen. Gegenwärtig arbeitet es genauso wie
eine Befehlszeilenoberfläche oder wie das Zugriffsverfahren über
dselect. Eine libc5-Version ist in dem Verzeichnis
dists/slink/main/upgrade-older-i386 in den Debian-Archiven zu
finden.
Indem Sie nur dselect benutzen, ohne zuerst irgendein Paket
manuell aufzurüsten. Es wird dringenst davon abgeraten dieses Verfahren zu
wählen, wenn es vermieden werden kann. Denn gegenwärtig installiert
dselect die Pakete nicht in der optimalen Reihenfolge. APT
funktioniert viel besser und es ist sicherer.
Sie können einfach einen anonymen FTP-Abruf auf das Debian-Archiv starten, dann
die Verzeichnisse durchgehen, bis die gewünschte Datei gefunden wird, diese
dann abrufen, und diese schließlich mit dpkg installieren. Es ist
zu beachten, dass mit dpkg die Upgrade-Dateien sofort installiert
werden, selbst auf einem laufenden Programm. Manchmal ist es erforderlich,
dass für ein geändertes Paket eine aktuelle Version eines anderen Paketes
installiert werden muss. In diesem Falle wird die Installation fehlschlagen,
bis/außer wenn das andere Paket installiert ist.
Viele Leute finden diese Vorgehensweise viel zu zeitraubend, weil Debian so schnell entwickelt – üblicherweise werden jede Woche ein Dutzend oder mehr neue Pakete hochgeladen. Kurz vor einer neuen Hauptveröffentlichung ist diese Anzahl noch größer. Um mit dieser Lawine umgehen zu können, bevorzugen viele Leute eine automatisiertere Methode. Zu diesem Zweck sind mehrere verschiedene Pakete verfügbar:
APT ist eine erweiterte Schnittstelle zum Zugriff auf Debian-Pakete. Es
verfügt über komplette Installationsanweisungen, die Fähigkeit auf mehrere
Quellen gleichzeitig zuzugreifen und verschiedene andere einzigartige
Fähigkeiten, siehe das Benutzerhandbuch in
/usr/share/doc/apt-doc/guide.html/index.html (dafür muss das
apt-doc-Paket installiert sein).
aptitude ist der empfohlene Paketmanager für Debian
GNU/Linux-Systeme. Es ist die textbasierte Oberfläche zu APT, welches die
»curses library« benutzt, und hilft, den Verwaltungsprozess schnell und leicht
durchzuführen.
Bevor aptitude benutzt werden kann, muss die
/etc/apt/sources.list-Datei bearbeitet werden, um es einrichten zu
können. Wenn auf die aktuellste stabile Version von Debian aufgerüstet werden
soll, sollte wahrscheinlich eine Quelle wie folgende benutzt werden:
http://http.de.debian.org/debian stable main contrib non-free
http.de.debian.org kann durch den Namen eines schnelleren
Debian-Spiegels in der Nähe ersetzt werden. Weitere Informationen sind auf
http://www.debian.org/misc/README.mirrors
zu finden.
Weitere Einzelheiten hierzu können unter der Handbuchseite
sources.list(8) gefunden werden.
Zum Aktualisieren seines Systems ist folgender Befehl auszuführen
aptitude update
gefolgt von
aptitude full-upgrade
Das System wird aufgerüstet, wenn jede Frage, die gestellt wird, beantwortet wird. Siehe auch aptitude, Abschnitt 8.1.3.
apt-get ist ein APT-basiertes Befehlszeilen-Werkzeug zum Umgang
mit Paketen und das APT-dselect-Verfahren ist die Schnittstelle zu APT durch
dselect. Beide sorgen dafür die Pakete leicht und sicher zu
installieren und aufzurüsten.
Um apt-get benutzen zu können, muss das Paket apt
installiert sein und die /etc/apt/sources.list-Datei muss
bearbeitet werden, um es einrichten zu können, ebenso wie für aptitude, Abschnitt 9.2.1.
Dann muss
apt-get update
ausgeführt werden, gefolgt von
apt-get dist-upgrade
Das System wird aufgerüstet, wenn jede Frage, die gestellt wird, beantwortet
wird. Weitere Informationen sind auch im Handbuch von apt-get(8)
sowie im Kapitel APT, Abschnitt
8.1.2 zu finden.
Um APT mit dselect zu benutzen, wählen Sie das
APT-Zugangsverfahren im Auswahlverfahren-Bildschirm von dselect
(Option 0) und legen dann die Quellen fest, die benutzt werden sollten. Die
Konfigurationsdatei lautet /etc/apt/sources.list. Siehe auch dselect, Abschnitt 8.1.4.
Wenn mittels CDs Pakete installiert werden sollen, kann apt-cdrom
benutzt werden. Weitere Einzelheiten sind in den Release Notes im Abschnitt
»Hinzufügen von CD-ROM- oder DVD-APT-Quellen« zu finden.
Es ist zu beachten, dass, wenn Sie Pakete abrufen und installieren, diese
trotzdem noch in der /var-Verzeichnishierarchie bleiben müssen. Um die
Partition vor der Überfüllung zu bewahren, ist daran zu denken zusätzliche
Dateien zu löschen, indem entweder apt-get clean und apt-get
autoclean benutzt wird, oder indem man diese irgendwo anders hin
verschiebt (Tipp: Benutzen Sie apt-move).
Dies ist ein älteres Zugangsverfahren für dselect. Es kann
innerhalb von dselect aufgerufen werden. Dies ermöglicht dem
Benutzer Dateien in einem Schritt herunterzuladen und zu installieren. Hierfür
wird das Zugangsverfahren ftp in dselect (Option 0)
ausgewählt und der entfernte Rechnername und das Verzeichnis festgelegt.
dpkg-ftp lädt dann automatisch die Dateien runter, die ausgewählt
wurden (entweder in dieser Sitzung von dselect oder in einer
früheren).
Es ist zu beachten, dass dpkg-ftp nicht wie das Programm
mirror auf alles von einer Spiegelseite zugreift. Stattdessen
lädt es nur die Dateien runter, die ausgewählt wurden (wenn zuerst
dpkg-ftp gestartet wird) und die aktualisiert werden müssen.
dpkg-ftp ist etwas veraltet. Stattdessen sollte das
APT-Zugangsverfahren mit ftp://-URLs in sources.list benutzt
werden.
Dieses Perl-Skript und das dazugehörige (optionale) Verwaltungsprogramm wird
mirror-master genannt. Es ist dazu geeignet, benutzerspezifische
Teile eines Verzeichnisbaums von einem vorgegebenen Rechner via
anonymes FTP abzurufen.
mirror ist besonders dafür geeignet um große Mengen an Software
herunterzuladen. Nachdem zum ersten Mal Dateien von einer Seite
heruntergeladen wurden, wird eine Datei namens .mirrorinfo auf dem
lokalen Rechner abgelegt. Veränderungen im entfernten Dateisystem werden
automatisch durch mirror aufgespürt, welches die Datei mit einer
ähnlichen Datei auf dem Remotesystem vergleicht und nur veränderte Dateien
herunter lädt.
Das Programm mirror ist hauptsächlich dafür geeignet, lokale
Kopien von entfernten Verzeichnisbäumen zu aktualisieren. Die abgerufenen
Dateien müssen keine Debian-Dateien sein. (Weil mirror ein
Perl-Skript ist, läut es auch auf anderen Systemen außer Unix.) Obwohl es mit
dem Programm mirror möglich ist, Dateinamen auszuschließen, die
mit benutzerspezifischen Zeichenketten übereinstimmen, ist dieses Programm am
nützlichsten, wenn lieber komplette Verzeichnisbäume als ausgewählte Pakete
heruntergeladen werden sollen.
dpkg-mountable fügt der Liste von dselect ein
Zugriffsverfahren hinzu, welches »mountable« genannt wird. Dieses ermöglicht
es, dass von jedem Dateisystem, das unter /etc/fstab vorgegeben
ist, installiert werden kann. Zum Beispiel könnte das Archiv eine normale
Festplattenpartition oder ein NFS-Server sein, die automatisch eingebunden oder
ausgehängt werden, falls erforderlich.
Es verfügt auch über einige zusätzliche Fähigkeiten, die nicht in den
Standardverfahren von dselect gefunden werden können, wie z.B.
die Berücksichtigung von lokalen Dateibäumen (entweder parallel zur
Hauptdistribution oder völlig getrennt) und nur das Erhalten von Paketen, die
benötigt werden, anstatt das zeitintensive Scannen von Rekursivverzeichnissen,
sowie das Protokollieren von allen dpkg-Aktivitäten in das
Installationsverfahren.
Nein. Pakete können an Ort und Stelle aufgerüstet werden, sogar in laufenden
Systemen. Debian verfügt über ein start-stop-daemon-Programm,
das, falls es während eines Paket-Upgrades notwendig ist, aufgerufen wird um
laufende Prozesse anzuhalten und wieder zu starten.
Nein. Wenn die Dateien auf den Rechner heruntergeladen wurden (was nicht
unbedingt notwendig ist, siehe oben die Beschreibung für dpkg-ftp)
und nachdem die Pakete installiert sind, können diese wieder von dem Rechner
gelöscht werden.
Mit der dpkg-Option --log, wodurch ein
Statusprotokoll erstellt wird, das alle Updates und Aktivitäten auflistet. Es
protokolliert sowohl den Aufruf von dpkg (z.B.
2005-12-30 18:10:33 install hello 1.3.18 2.1.1-4
)
als auch die Ergebnisse (z.B.
2005-12-30 18:10:35 status installed hello 2.1.1-4
)
Wenn jeder Aufruf von dpkg protokolliert werden soll (auch falls
dieser über Oberflächen wie aptitude geschehen ist), könnte
log /var/log/dpkg.log
der /etc/dpkg/dpkg.cfg hinzugefügt werden. Seien Sie sicher, dass
die erstellte Protokolldatei regelmäßig rotiert wird, da die Größe der Datei
mit jedem Eintrag zunimmt. Wenn das Programm logrotate benutzt
wird, kann dies erreicht werden, indem eine Datei
/etc/logrotate.d/dpkg mit folgendem Inhalt erstellt wird
/var/log/dpkg {
missingok
notifempty
}
Weitere Details über Protokollieren in dpkg können im Handbuch von
dpkg(1) gefunden werden.
aptitude protokolliert die Installation, das Entfernen und das
Aufrüsten von Paketen unter /var/log/aptitude. Es ist zu
beachten, dass die Ergebnissse dieser Aktivitäten nicht in dieser
Datei erfasst werden!
Eine andere Möglichkeit seine Aktivitäten aufzuzeichnen besteht darin, seine
Paketverwaltungs-Session innerhalb des Programmes script(1)
auszuführen.
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Die Debian GNU/Linux-FAQ
Version 8.0ubuntu1, 29 December 2015